„Accidit, die Natur macht keine Sprünge“
Die Werkgruppe „Accidit| Die Natur macht keine Sprünge“ ist eine Foto- und Videoarbeit. Während die Videoarbeit zeigt, wie Menschen in einer raumlosen Um- gebung in die Erde gesogen werden, ergibt sich bei der Fotoarbeit der Eindruck, sie würden aus der Erde emporschnellen. Die Videoarbeit birgt die Anmutung einer Animation, die Fotografie wirkt eher skulptural. Es entstehen kontrastierende Eindrücke auf Grundlage derselben Ausgangslage. Ähnlich verhält es sich mit dem Material selbst. Die Invertierung verkehrt Schwarz zu Weiß, Wasser wird zu Erde, oben wird zu unten. Das rückwärts gespielte Material des Films setzt den Anfang zum Ende und andersrum.
Durch die transzendentale Anmutung der Werkreihe wird bei jedem Betrachter etwas anderes an Gedanken und Gefühlen angestoßen, je nachdem aus welcher Le- benswirklichkeit er kommt und konträr erscheinende Wahrnehmungen der Welt (zum Beispiel Chthonismus und Christentum) finden sich im selben Bild wieder.
Die Kontraste wie schwarz und weiß, oben und unten sind wie Anfang und Ende, Gegenteile die aus der absoluten Entfernung in der Unendlichkeit das gleiche werden.
„Accidit“ ist Latein und heißt so viel wie „es ist geschehen“ und ist damit dem Satz „und so geschah es“, wie man ihn aus der alttestamentarischen Schöpfungs- geschichte kennt, gleichzusetzen. Er symbolisiert das Wort Gottes, der bewusst entscheidet, wie er die Welt kreiert. „Accidit“ heißt aber auch „zugestoßen“, woraus sich später das englische „accident“ (Unfall) entwickelte, womit das Gegenteil von Absicht gemeint ist.
Fotos der Arbeit:



